Episode 71 – November 2025
Basel klimagerecht 2037 – wie läufts? [1/7]
Vor drei Jahren haben die Stimmbürger:innen der Stadt Basel einen historischen Entscheid gefällt. An der Urne haben sie einem neuen Verfassungsartikel zugestimmt, der ein klares Ziel festlegt: ein klimagerechter Stadtkanton bis 2037. Die Initiative dazu kam nicht von der Verwaltung, nicht von der Regierung, sondern aus der Zivilgesellschaft; jetzt muss sich zeigen, ob Regierung, Parlament und Verwaltung auch gewillt sind, den Willen der Bevölkerung umzusetzen, Basel-Stadt zu einer klimaneutralen und auch klimagerechten Stadt zu machen. In einer siebenteiligen Serie zeigen wir auf, wo es tatsächlich Fortschritte gibt und wo es hapert.
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Die Hintergrundinformationen zur Episode
Kopenhagen hat den Weg gewiesen mit dem Ziel, bis 2025 klimaneutral zu werden. Die dänische Hauptstadt hat es zwar nicht ganz geschafft, aber zu 80 Prozent wurden die hoch gesteckten Ziele erfüllt. Auf die CO2-Bilanz der Welt hat das alles kaum einen Einfluss, aber für die Zukunft sind die Fortschritte in Kopenhagen entscheidend; wenn Klimaneutralität in einer hochindustrialisierten Stadt möglich ist, dann ist sie überall möglich. Dasselbe gilt auch für Basel-Stadt, Sitz hochtechnisierter Pharmakonzerne, ein Verkehrsknotenpunkt zwischen drei Ländern, dicht besiedelt und international stark vernetzt. Die Herausforderungen, bis ins Jahr 2037 klimaneutral zu werden, sind entsprechend gross, aber ebenso bedeutsam sind die vorhandenen Ressourcen: ein ausgebautes Fernwärmenetz, ein verzweigtes Netz an öffentlichem Verkehr, kurze Wege, und vor allem eine Bevölkerung, die sich mit einem Verfassungsartikel auf ein klares Ziel hin verpflichtet hat. Das, sagen alle Gesprächspartner:innen in dieser Episode, ist zentral: dass es ein Ziel gibt, eine Verpflichtung, und dass beides nicht verwässert wird. Kopenhagen hat bewiesen, dass es möglich ist, jetzt ist Basel an der Reihe.
Und hier noch eine Grafik zur Erläuterung des Zusammenhangs von Einkommen und CO2-Ausstoss. Sie zeigt die geschätzten Pro-Kopf-Emissionen (y-Achse), abhängig vom Einkommen (y-Achse), und vom Jahr (Farben). Man sieht in allen Jahren ein ähnliches Muster: Die Menschen, die die 10% niedrigsten Einkommen haben, stossen pro Kopf am Wenigsten aus. Mit steigendem Einkommen, steigen auch die CO2 Emissionen an. Ins Auge springt, dass die Pro-Kopf-Emissionen von den 10% Menschen mit den höchsten Einkommen massiv höher sind als die von allen anderen Einkommensgruppen. Und dieser Trend hat sich seit 1990 noch zugespitzt.
