Episode 72 – Dezember 2025
Was, wenn Basel klimagerecht bauen und essen würde [2/7]
Basel will bis 2037 klimaneutral werden – und stösst dabei unter anderem beim Bauen und bei der Ernährung auf grosse Herausforderungen. Die Episode zeigt, warum Abriss und Neubau enorme Mengen CO₂ verursachen und wie viel Potenzial im Weiterbauen und in der Wiederverwendung von Baumaterialien steckt. Architekt:innen wie Barbara Buser oder das Kollektiv «Countdown 2030» machen vor, wie Bauen auch ganz anders gehen könnte. Im zweiten Teil geht es ums Essen: Importierte Lebensmittel, Fleischkonsum und Food Waste treiben den ökologischen Fussabdruck massiv in die Höhe. Strategien des Kantons und Projekte wie Urban Agriculture Basel zeigen, wie unser Ernährungssystem klimagerechter, gesünder und lokaler gestaltet werden kann.
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Die Hintergrundinformationen zur Episode
Basel will bis 2037 klimaneutral werden – ein ehrgeiziges Versprechen für eine Stadt mit gut 207’000 Einwohner:innen. In dieser zweiten Folge unserer siebenteiligen Serie zur Klimastrategie Basels rücken zwei besonders knifflige Bereiche ins Zentrum: Bauen und Ernährung. Bei beiden Bereichen zeigt sich, dass die grössten Emissionen gar nicht in Basel entstehen, sondern entlang globaler Lieferketten, zum Beispiel durch den Import von Baumaterialen und Lebensmitteln. Wir zeigen in dieser Episode wieviel Emissionen durch Weiterbauen im Bestand eingespart werden kann und warum Abriss meist die schlechteste Lösung ist. Die Architektin Barbara Buser und ihr Baubüro in situ zeigen, dass Urban Mining, also die Wiederverwendung und der kreative Einsatz von bestehenden Bauteilen nicht nur möglich, sondern oft auch sinnvoller sind. Gleichzeitig wird klar, welchen Hebel die Stadt als Bauherrin, Landbesitzerin und Bewilligungsbehörde tatsächlich hätte. Der Kanton Basel-Stadt ist jedoch nicht untätig geblieben und hat 11 Massnahmen zur Dekarbonisierung des Bausektors entwickelt.
Im zweiten Teil dieser Episode legen wir den Fokus auf das städtische Ernährungssystem. Rund ein Viertel des ökologischen Fussabdrucks der Haushalte in der Schweiz entstehen durch unsere Ernährung. Mit der «Strategie Nachhaltige Ernährung Basel-Stadt 2030» soll dieser Fussabdruck spürbar gesenkt werden. Welche Massnahmen die Stadt dafür trifft, darüber sprechen wir mit Nadine Grüninger, seit 2023 Projektleiterin der Strategie Nachhaltige Ernährung Basel-Stadt 2030. Wesentlich beteiligt an einer Transformation hin zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem ist auch die Zivilgesellschaft, darunter Plattformen wie «Urban Agriculture Basel» (UAB). Wir treffen Tatjana Nebel von UAB auf dem Gemeinschaftsgarten Landhof und besprechen mit ihr wie lokale, solidarische Ernährung in der Stadt aussehen könnte. Schliesslich gibt uns Bettina Scharrer, Senior Reseacher an der Universität Bern, einen Einblick ins «Weissbuch städtische Ernährungspolitik», in dem Strategien und Good-Practice-Beispiele aus neun Schweizer Städten zusammengestellt sind.